Die Verfolgung der Juden

Vor Kriegsausbruch gab es zwei verschiedene jüdische Gemeinschaften im Nord-Pas-de-Calais: zum einen gehörten Familien, die in großen Städten wie Lille, Valenciennes oder Dünkirchen lebten und sich seit Generationen in das Leben in Frankreich und in der Republik integriert hatten, zum anderen gehörten die Gemeinschaft polnischer Juden. Sie waren in der Zeit zwischen den Weltkriegen in das Bergbaugebiet "Bassin Minier“ gekommen und hatte sich viele eigene Lebensgewohnheiten bewahrt.

Die jüdische Familie Morgenstein, Opfer der Verfolgung, Lens, Mai 1942

Beide Gruppen wurden Opfer einer doppelten Verfolgung: einerseits durch die Deutschen und andererseits durch die Franzosen im Zuge der Anwendung des "Judenstatuts" von Vichy. Seit Ende 1940 wurde diese Verfolgung diskret, aber systematisch betrieben, 1942 verschärft sie sich abrupt: an der Küste wurden Arbeitslager eingerichtet und ab Juni waren die Juden gezwungen, den Gelben Stern zu tragen. Eine groß angelegte Razzia am 11. September 1942, die die deutsche Polizei mit Unterstützung der französischen Polizei durchführte, endete mit der Deportation von über 500 Menschen nach Auschwitz, wo sie ermordet wurden.

Imprimer Die Verfolgung der Juden

Info horaires